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Lolfbmoments, Lamebook und Socialfail als “Pleiten, Pech und Pannen” des Web 2.0-Zeitalters

Donnerstag, 14. Oktober 2010 | Autor:

Ganz verschwiegen hatte ich bisher mein Interview bei Radio Fritz im Juli 2010. Radio Fritz ist der Jugendsender vom rbb und die Sendung, in der ich interviewt wurde, heißt “Trackback“, eine sehr interessante Sendung rund um Internetthemen (Folge 186, hier zum Hören, ca. 23:19-28:45). Es ging um eine medienethische Bewertung von Seiten, die mehr oder weniger peinliche und lustige Facebook-Einträge und -Fotos auf ihre Seiten hochladen; quasi ein Failblog.org nur für Fails in Sozialen Netzwerken. Ein Beispiel (von failblog.org) hier und eine Zusammenstellung mehrer Beispiele bei den blog.rebellen hier.

Der Moderator der Sendung wollte ein bißchen den erhobenen Zeigefinger haben, was ja nun eigentlich nicht meine Idee von Medienethik ist. Klar ist, dass die Grenze dort gezogen werden muss, wo Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Das ist aber selten der Fall, da die Namen und Bilder meist gut unkenntlich gemacht werden. Hängen geblieben ist vielleicht meine Idee, dass diese Seiten eine Weiterentwicklung der “Pleiten, Pech und Pannen”-Shows sind. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Missgeschicke des Alltags erst durch die Videokamera aufbewahrt und weitergegeben werden konnten. Im Alltag des Social Webs entstehen ähnliche Missgeschicke, die natürlich eher kommunikativer Slapstick sind. Der Screenshot ist also die Technik der Aufbewahrung und Seiten wie socialfail.de die Sendung analog zu “Pleiten, Pech und Pannen” (ohne Raabe und ohne Max Schautzer).

Ein Kommentar noch zum Radiointerview  selbst: Die eigene Stimme zu hören ist wie immer sehr seltsam und man fragt sich, warum man eigentlich nicht wie gedruckt redet… Sam in einem Review der gleichen Sendung (auch sie wurde interviewt) ist also so ungefähr beizupflichten.

Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik, Wissenschaft | Ein Kommentar

Web 2.0 in der Perspektive kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit

Montag, 18. Januar 2010 | Autor:

öa kirchAm Freitag (15.01.2010) war ich zu Gast beim 7. Forum für kirchliche  Öffentlichkeitsarbeit (*.pdf) zum Thema “Web 2.0 – und was nun? Neue Kommunikationsinstrumente für die Gewinnung und Information von neuen Zielgruppen”. Leider konnte ich nicht die ganze Tagung besuchen, so habe ich Jan Schmidts Beitrag verpasst (seine Folien bei slideshare).

Selbst hatte ich die Aufgabe, einen Beitrag von Bischof Dr. Gebhard Fürst zu kommentieren. Bischof Fürst skizzierte (in seiner Funktion als Vorsitzender der publizistischen Kommission der DBK) die Position der Deutschen Bischofskonferenz zu den kirchlichen Bemühungen im Bereich der Neuen Medien. Vor allem setzen die Bischöfe auf Bewegtbilder und arbeiten an einer Plattform, auf der sie die Beiträge publizieren können; der Relaunch von www.katholisch.de steht wohl dieses Jahr bevor.

Mich verwirrt die starke Fokussierung auf Internet-TV ein bisschen, da ich mir nicht so recht vorstellen kann, wer das schauen soll. Allerdings gibt der Erfolg von gloria.tv denjenigen Recht, die dem Internet-TV im Bereich der Kirche eine gute Zukunft voraussagen.

In meinem Kommentar habe ich mich aber vor allem auf Soziale Netzwerke bezogen. Die katholische Kirche ist hier sehr verunsichert, wie da vorzugehen ist: Entweder mit allem Engagement hinein oder eher doch vorsichtig und abwartend. Ich habe im Kommentar versucht zu zeigen, das jede Institution es im Neuen Netz schwer hat und dies für die Institution Kirche vermehrt zutrifft. Es wäre also deutlicher zwischen institutionellen Bemühungen auf der einen und themen- und vor allem personenzentrierten Anstrengungen auf der anderen Seite zu unterscheiden. Für letztere Dimensionen sehe ich gute Möglichkeiten im Neuen Netz. Für diejenigen, die den Vortrag gehört haben, sind vielleicht die Folien interessant (slideshare).

Der Vortrag hat, so mein Eindruck, einen kleinen Startschuss geben können für eine sehr rege Diskussion über neue Formen der kirchlichen Kommunikation. Auch meine Idee einer Iphone-App, die den nächsten Gottesdienst in der Nähe anzeigt, ist offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Zuetzt: Getwittert wurde auch sehr rege, auch zu dem Vortrag von Jürgen Pelzer.

Thema: SocSoftEthics, Tagungen, Theologie, Wissenschaft | 3 Kommentare

Call for Papers zum Web 2.0

Donnerstag, 25. September 2008 | Autor:

Das Netzwerk Medienethik und die DGPuK Fachgruppe “Kommunikations- und Medienethik” erinnern an den Call for Papers für die nächste Jahrestagung im Februar 2009 mit dem Titel “Web 2.0. Neue Kommunikations- und Interaktionsformen als Herausforderung der Medienethik” in München.

Den Abgabetermin für die Abstracts haben die Veranstalter bis zum 30.10.2008 verlängert. Weitere Informationen hier.

Thema: Tagungen, Wissenschaft | Beitrag kommentieren