Archiv für die Kategorie » Theologie «
Montag, 23. April 2007 | Autor: Alexander Filipović
Gerade lese ich in Steffen Büffels Media-Ocean mit Erstaunen, dass der Trierer Weihbischof Dr. Stephan Ackermann ein Weblog gestartet hat. Der Name des Blogs, nämlich “Heilig-Rock-Blog” sagt dem/der Kundigen der Volksfrömmigkeit schon, worum es geht, nämlich um das Stückchen Stoff, das Jesus Christus weiland am Leibe getragen hat. Mein Opa jedenfalls schwärmte bis zu seinen letzten Lebenstagen von seiner Fahrt zum Heiligen Rock nach Trier (was ca. Mitte der 1930er Jahre gewesen sein muss…). Kostprobe:
“Zur Domvesper am Abend sind dann die Mönche der Abtei St. Matthias zu Gast. Nach guter Tradition besuchen sich die Domgeistlichen und die Benediktiner wechselseitig jedes Jahr. Beide Gemeinschaften haben den Auftrag, auf je ihre Weise die christlichen Wurzeln Triers zu hüten: das Apostelgrab, die Gräber der ersten Trierer Bischöfe und die Anfänge des Domes unter Kaiser Konstantin. Dieser Auftrag verbindet irgendwie.” (Quelle)
Den Stil finde ich ansprechend und das Weblog ist für Besucherinnen und Besucher des Events “Heilig Rock Tage 2007” (mit dem sinnfälligen Motto “Auf Tuchfühlung mit Gott”) bestimmt informativ.
Und wenn jetzt noch ein Bischof ein Weblog startet, in dem er reflexiv über Leitungsentscheidungen, Projekte und Zukunftsaufgaben schreibt und Raum für Diskussionen und Meinungen bereitstellt, gibts noch mehr Zustimmung…
Update: Nur Schade, dass sich gleich wieder Schwachstilluminierte in den Kommentaren verbreiten… Zitat aus Kommentar Nr. 7: “neosadduzäischen Pseudokardinal Belzebub-Rattzinger”. Ähh, gehts noch? Vielleicht ist das ja morgen weg.
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Dienstag, 23. Januar 2007 | Autor: Alexander Filipović
Gerade ist der Call for Papers für die diesjährige Tagung des Forums Sozialethik erschienen. Es geht um:
“Toleranz und Solidarität. Als Haltungen bzw. Tugenden des Individuums sollen sie überall dort wirksam werden, wo staatliche Problemlösungsstrategien versagen – aktuell besonders in Fragen sozialer Sicherheit und des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher ethnischer, kultureller und religiöser Herkunft. Diese beiden »heißen« Beispiele zeigen bereits eine – weitgehend exklusive – Zuordnung der beiden Begriffe zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Problemlagen an. Toleranz wird dort gefordert, wo unterschiedliche Identitätskonstruktionen und Lebensweisen aufeinander prallen. Solidarität ist gefragt, wenn andere in soziale Not geraten.”
Ich empfehle die Beteiligung durch eine Antwort auf den Call. Alles weitere hier.
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Dienstag, 7. November 2006 | Autor: Alexander Filipović
Heute hat das Kabinett des Freistaates Bayern die Frage nach der zukünftigen Struktur der Katholisch-Theologischen Fakultäten an den staatlichen Universitäten Bayerns beschlossen. Zwar müssen der Landtag und der Vatikan noch zustimmen, hier aber dennoch die zentralen Stellen:
“Die Verpflichtungen des Freistaates Bayern aus dem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl, an den Universitäten Bamberg und Passau Katholisch-Theologische Fakultäten zu unterhalten, sollen künftig ruhen. An die Stelle der dortigen Fakultäten treten Institute, an denen auch in Zukunft Religionslehrer für Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschulen und Gymnasien ausgebildet werden. [...]
Für die Studierenden der Diplomstudiengänge gilt der Grundsatz des Vertrauensschutzes: Dort, wo sie ihr Studium begonnen haben, können sie es auch beenden.” (Quelle)
Das muss nicht das Ende einer niveauvollen und wissenschaftlich anspruchsvollen Theologie in Bamberg sein. Es fallen aber Stellen weg. Insofern ist die Nachricht des Sterbens einer weiteren Fakultät Kath. Theologie in Deutschland für diejenigen besonders alarmierend, die eine wissenschaftliche Karriere in der Theologie anstreben oder schon auf dem besten Weg dahin sind. Lohnt es sich noch, bzw. besser: Kann man es noch wagen, eine theologische Doktorarbeit oder Habilitation zu beginnen?
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Mittwoch, 1. November 2006 | Autor: Alexander Filipović
Seit letzten Donnerstag geht die Meldung um, dass die Fakultät Kath. Theologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg geschlossen (oder eingefroren) werden soll. Heute meldet das bayer. Wissenschaftsministerium: “Für überstürzte Reaktionen besteht keine Veranlassung.” Auffälliger Weise wird in der Meldung Einigkeit mit dem Vatikan signalisiert und durch ein entsprechendes Foto belegt.
Zur Orientierung hier eine Linkliste (wer weitere Hinweise hat, bitte einen Kommentar hinterlassen):
Vgl. auch die Seiten der Fachschaft Kath. Theologie.
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Mittwoch, 4. Oktober 2006 | Autor: Alexander Filipović
Die Evangelische Akademie Arnoldshain hat (zusammen mit der Kath. Akademie Rabanus Maurus, dem Forschungsinstitut Philosophie Hannover und dem Nell-Breuning-Institut) einen Call for Papers für den 6. Workshop Ethik veröffentlicht. Dieses mal geht es um die Bedeutung von Menschenbildern für die ethische Reflexion. Die Spanne in der Ethik geht dabei von einem Verzicht auf Anthropologie bis zu Ihrer behaupteten Unverzichtbarkeit für die Ethik:
Aufgrund des „Faktums der Pluralität“ (John Rawls), das auf gesellschaftlicher wie auf internationaler Ebene ins Auge springt, hatten in den letzten Jahrzehnten vor allem solche Ethiken Konjunktur, die versuchen, ohne Rekurs auf ein Menschenbild auszukommen. Aktuelle sozial- und vor allem bioethische Diskussionen zeigen jedoch, dass die anthropologische Dimension in der ethischen Reflexion ein bedeutsames Element sein kann.
Klingt nach einer extrem spannenden Tagung. Rückmeldungen auf den Call bis 1.12.2006.
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Montag, 4. September 2006 | Autor: Alexander Filipović
Hier ein paar Impressionen von der Tagung „Political ethics and international order“, Societas Ethica and The Society for the Study of Christian Ethics; Wadham College, Oxford, England: 23-27 August 2006″
Konferenzort: Das Wadham College. Die Unterbringung war, sagen wir mal, sehr studentisch…

Das wohl berühmteste College: Christ Church

Essen wie Harry Potter: Die Hall des Wadham College

Links ein Lesesaal der Oxforder Bodleian Library.
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Samstag, 26. August 2006 | Autor: Alexander Filipović
Some hints and additional ressources for my presentation:
- Mainstream-Media reporting about warblogs in relation to the current conflict in Libanon:
- English abstract, outline and recommended further reading: Handout.
- Powerpoint-Presentation (pdf, in German).
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Mittwoch, 14. Juni 2006 | Autor: Alexander Filipović
Das Programm zum Forum Sozialethik 2006 ist veröffentlicht. Thema der Tagung: “Mittendrin und nicht dabei?” Beteiligung, Inklusion und Integration in modernen Gesellschaften. Hier der Einladungstext:
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde
des Forums Sozialethik!
Das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft erscheint mehr denn je problematisch: Gesellschaftliche Bereiche wie Medien und Wirtschaft verselbständigen sich. Gesellschaft ist nicht mehr nur in ihren kulturellen und nationalen Grenzen zu denken, sondern als globalisierte Weltgesellschaft. Geteilte Vorstellungen über ein gutes Leben und Gerechtigkeit sind nicht erkennbar – dem Einzelnen bleibt die Lebensgestaltung völlig selbst überlassen.
Beteiligung, Inklusion und Integration sind Begriffe, die auf dieses schwierige Verhältnis zwischen Individuen und Gruppen bzw. Gesellschaft „reagieren“. Mit Verwendung der genannten Begriffe wird der Blick auf diejenigen gelenkt, die nicht beteiligt, inkludiert und integriert sind, z. B. Behinderte, Ausländer, Arbeitslose und Kinder. Vor allem Armut führt zum Ausschluss von sozialen Prozessen.
Die Verwendung der Kategorien Beteiligung, Inklusion und Integration nimmt in der Christlichen Sozialethik zwar zu, sie erfolgt aber eher uneinheitlich. Ziel der Tagung ist es, die Bedeutung dieser Begriffe sowohl in sozialethischer Perspektive als auch in Auseinandersetzung mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen herauszuarbeiten. Welche Konzepte und welche ethischen Vorstellungen können mit Beteiligung, Inklusion und Integration verbunden werden und inwieweit eignen sich diese als normative Orientierungen für die moderne Gesellschaft?
Zu einer hoffentlich spannenden und kontroversen Debatte laden die KOMMENDE und das diesjährige Vorbereitungsteam aus München und Bamberg herzlich ein.
Anmelden kann man sich per Email (Kontaktinfos im Programm). Wir sehen uns in Dortmund?
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Sonntag, 11. Juni 2006 | Autor: Alexander Filipović
Vielleicht haben wir es zur Zeit mit einer Renaissance des Partikularen zu tun: Wertgeschätzt wird nicht mehr nur das, was alle unterschreiben können. Die verstärkte Hinwendung zum allgemein Religiösen könnte darauf hin weisen, dass auch in einer pluralen Gesellschaft modernen Zuschnitts nicht nur das Relevanz besitzt, was von allen geteilt wird, sondern auch das, was von einzelnen Gruppen vertreten wird (vgl. auch Habermas’ These von der postsäkularen Gesellschaft). Natürlich ist die damit angedeutete Unterscheidung zwischen “partikulär – universal” auch ein Problemgegenstand von Ethik, zumal von theologischer Ethik. Im Licht von “Ethik” stellt sich diese Unterscheidung dann als “gut – gerecht” dar: das Gerechte ist das Universalisierbare, das Gute ist das Partikulare. Nach der Lektüre von zwei Texten (s.u.), die diese Unterscheidung thematisieren, habe ich mal eine Liste von sehr unterschiedlichen Gegensatzpaaren erstellt, die in ethischer Perspektive jeweils links eine (mehr oder weniger direkte) Verbindung zum Guten und rechts eine (mehr oder weniger direkte) Verbindung zum Gerechten aufweisen:
GUT – GERECHT
partikulär – universal
teleologisch – deontologisch
Aristoteles – Kant
Streben – Sollen
private Sphäre – öffentliche Sphäre
Hermeneutik – Transzendentalphilosophie
Lebenswelt – Gesellschaft
Gemeinschaft – Gesellschaft
konkreter Andere – verallgemeinerter Andere
Intuition – Vernunft
Ethosethik – Vernunftethik
Theologie – Philosophie
Glaubensethik – autonome Moral
kommunitaristische Ethik – Diskursethik
Natürlich gibt es über jedes Paar eine Menge zu diskutieren. Zu Fragen wäre vor allem, ob man die beiden Seiten integrieren kann…
Literatur:
- Heimbach-Steins, Marianne: Universalitätsanspruch und prophetischer Anspruch – Korrektive christlicher Ethik aus katholisch-theologischer Perspektive. In: Lob-Hüdepohl, Andreas (Hg.): Ethik im Konflikt der Überzeugungen. Freiburg Schweiz (Academic Press Fribourg) 2004 (= Studien zur theologischen Ethik), S. 95–118.
- Münk, Hans J.: Theologische Ethik und Pluralismus. Theologische Sozialethik im Spannungsfeld der philisophisch-ethischen Diskussion einer Trennung von Gutem und Gerechtem. In: Münk, Hans J.; Durst, Michael (Hg.): Christliche Identität in pluraler Gesellschaft. Reflexionen zu einer Lebensfrage von Theologie und Kirche heute. Freiburg, Schweiz (Paulusverl.) 2005 (= Theologische Berichte), S. 190–256.
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Mittwoch, 3. Mai 2006 | Autor: Alexander Filipović
Am 15. Mai läuft der Call for Papers zum diesjährigen Forum Sozialethik ab. Da ich zum Vorbereitungsteam gehöre weiß ich, dass noch Platz im Programm ist. Thema: “Mittendrin und nicht dabei?” Beteiligung, Inklusion und Integration in modernen Gesellschaften.
Und der Call formuliert dazu
Das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft erscheint mehr denn je problematisch: Gesellschaftliche Teilbereiche wie Medien, Wirtschaft oder Politik verselbständigen sich. Gesellschaft ist nicht mehr nur in ihren kulturellen, nationalen oder kontinentalen Grenzen zu denken, sondern zukünftig auch als globalisierte Weltgesellschaft. Ein kulturell gemeinsam geteiltes Wissen, konvergierende Vorstellungen über ein gutes Leben und ein Konsens über das Verständnis von Gerechtigkeit sind nicht erkennbar – dem Einzelnen bleibt die Lebensgestaltung völlig selbst überlassen.
Beteiligung, Inklusion und Integration sind Begriffe, die auf dieses immer schwierigere Verhältnis zwischen Individuen und Gruppen bzw. Gesellschaft “reagieren”. Mit Verwendung der genannten Begriffe wird der Blick auf diejenigen gelenkt, die in der sich verändernden Gesellschaft ganz oder teilweise nicht beteiligt, inkludiert und integriert sind, z. B. Behinderte, Ausländer, Langzeitarbeitslose, Alte, Frauen und Kinder. Vor allem Armut führt meist zum Ausschluss von sozialen Prozessen.
[...]
Die Verwendung der Kategorien Beteiligung, Inklusion und Integration nimmt in der Christlichen Sozialethik zwar zu, sie erfolgt derzeit aber eher uneinheitlich. Ziel des diesjährigen Forums Sozialethik ist es, die Bedeutung dieser Begriffe sowohl in sozialethischer Perspektive als auch in Auseinandersetzung mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen, wie den Sozial- oder Wirtschaftswissenschaften, herauszuarbeiten. [...]
Der Call ist hier veröffentlicht.
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