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Ethik der Entwicklung – Call for Papers (Forum Sozialethik 2010)

Dienstag, 19. Januar 2010 | Autor: Alexander Filipović

Soeben ist der Call for Papers für die Tagung des Forums Sozialethik 2010 zum Thema “Ethik der Entwicklung” veröffentlicht worden.

Was ist das Forum Sozialethik?

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethikerinnen und Sozialethiker und dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Interessierte benachbarter Disziplinen sind herzlich willkommen. Weitere Informationen unter www.forumsozialethik.de.

Alle weiteren Informationen auf der Tagungswebsite.

Thema: (Sozial)Ethik, Tagungen, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Web 2.0 in der Perspektive kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit

Montag, 18. Januar 2010 | Autor: Alexander Filipović

öa kirchAm Freitag (15.01.2010) war ich zu Gast beim 7. Forum für kirchliche  Öffentlichkeitsarbeit (*.pdf) zum Thema “Web 2.0 – und was nun? Neue Kommunikationsinstrumente für die Gewinnung und Information von neuen Zielgruppen”. Leider konnte ich nicht die ganze Tagung besuchen, so habe ich Jan Schmidts Beitrag verpasst (seine Folien bei slideshare).

Selbst hatte ich die Aufgabe, einen Beitrag von Bischof Dr. Gebhard Fürst zu kommentieren. Bischof Fürst skizzierte (in seiner Funktion als Vorsitzender der publizistischen Kommission der DBK) die Position der Deutschen Bischofskonferenz zu den kirchlichen Bemühungen im Bereich der Neuen Medien. Vor allem setzen die Bischöfe auf Bewegtbilder und arbeiten an einer Plattform, auf der sie die Beiträge publizieren können; der Relaunch von www.katholisch.de steht wohl dieses Jahr bevor.

Mich verwirrt die starke Fokussierung auf Internet-TV ein bisschen, da ich mir nicht so recht vorstellen kann, wer das schauen soll. Allerdings gibt der Erfolg von gloria.tv denjenigen Recht, die dem Internet-TV im Bereich der Kirche eine gute Zukunft voraussagen.

In meinem Kommentar habe ich mich aber vor allem auf Soziale Netzwerke bezogen. Die katholische Kirche ist hier sehr verunsichert, wie da vorzugehen ist: Entweder mit allem Engagement hinein oder eher doch vorsichtig und abwartend. Ich habe im Kommentar versucht zu zeigen, das jede Institution es im Neuen Netz schwer hat und dies für die Institution Kirche vermehrt zutrifft. Es wäre also deutlicher zwischen institutionellen Bemühungen auf der einen und themen- und vor allem personenzentrierten Anstrengungen auf der anderen Seite zu unterscheiden. Für letztere Dimensionen sehe ich gute Möglichkeiten im Neuen Netz. Für diejenigen, die den Vortrag gehört haben, sind vielleicht die Folien interessant (slideshare).

Der Vortrag hat, so mein Eindruck, einen kleinen Startschuss geben können für eine sehr rege Diskussion über neue Formen der kirchlichen Kommunikation. Auch meine Idee einer Iphone-App, die den nächsten Gottesdienst in der Nähe anzeigt, ist offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Zuetzt: Getwittert wurde auch sehr rege, auch zu dem Vortrag von Jürgen Pelzer.

Thema: SocSoftEthics, Tagungen, Theologie, Wissenschaft | 3 Kommentare

Christliche Sozialethik als Wirklichkeitswissenschaft – Grundlagen

Freitag, 8. Mai 2009 | Autor: Alexander Filipović

Christliche Sozialethik als Wirklichkeitswissenschaft zu beschreiben, entspricht zunächst nicht einer üblichen Terminologie. Eine ethische Disziplin als Wirklichkeitswissenschaft zu beschreiben mag sogar irritieren, da es die Ethik doch nicht dem Sein (dem real Gegebenen), sondern mit dem Sollen (dem idealen Richtigen und Guten) zu tun hat.

Die Sozialethik betrachtet das Soziale (zunächst kann offen bleiben, was damit gemeint ist) als ihren Gegenstand (materiale Spezifität der Sozialethik) oder geht moralische Fragen das Soziale betreffend anders an (formale Spezifität der Sozialethik).1 Wichtig ist es aber so oder so, die Analyse des Sozialen systematisch von normativen Vorschlägen zur Verbesserung der Gesellschaft zu trennen.

Diese Analyse oder Wahrnehmung des Sozialen stellt selbst eine Schwierigkeit dar. Mit welchen Mitteln und Methoden nehmen wir das Gesellschaftliche wahr, welche Begriffe und Theorien werden benutzt? Nach welchen Kriterien ist hier aus der Vielzahl an Angeboten auszuwählen? Bedeutsam ist in diesem Kontext, dass sich eine Analyse und Wahrnehmung nicht einfach in einer reinen Darstellung erschöpfen kann. Eine rein objektive Darstellung des Sozialen ist nicht möglich, weil eine Darstellung immer auswählen muss und gewichtet. Wahrnehmung und Analyse ist immer vor allem ein Verstehensprozess. Wenn es im wissenschaftlichen Kontext um Verstehen geht, dann spricht man von Hermeneutik im Sinne einer Methodik, die die Voraussetzungen und Bedingungen des Verstehens in bestimmten Fällen auszuweisen versucht.

An dieser Stelle kann das typisch Christliche der christlichen Sozialethik gesucht und gefunden werden. Das Christliche lässt sich als eine bestimmte Weise der Selbst- und Weltwahrnehmung beschreiben und das heißt, dass die Christliche Sozialethik die Wirklichkeit in bestimmter Weise wahrnimmt, beschreibt, analysiert, versteht und erklärt. Diese bestimmte Weise der Wahrnehmung kann dann als christliche Hermeneutik beschrieben werden. Christliche Sozialethik hat sozusagen andere Antennen, einen anderen Empfänger und ein anderes Wiedergabegerät für den Weltempfang als Philosophen, Künstler oder Journalisten. Dabei geht es nicht in erster Linie um besser oder schlechter oder wahr und falsch. Es geht vielmehr um die inhaltlichen Überzeugungen christlich gläubiger und geprägter Menschen, die dazu führen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Es gibt dabei keinen christlichen Anspruch, die Welt anders als andere sehen zu wollen, sondern Christen sind überzeugt davon, dass andere Weltwahrnehmungen ihr eigenes Recht haben und diese letztlich und im Grunde kompatibel sind mit der christlichen Weise. Dennoch treten Christinnen und Christen mit dem Anspruch auf, ihre spezifische Aufmerksamkeit, mit der sie die Welt erfahren, ist wichtig und unverzichtbar.

Diese Optionen der Aufmerksamkeit, mit der die christliche Sozialethik das Soziale betrachtet, lassen sich so beschreiben: Es ist im Wesentlichen die Aufmerksamkeit für “Unterdrückte, Benachteiligte und Marginalisierte” und “für gefährdete Institutionen des Humanen” (Mandry 2002, S. 507).2

Wenn die christliche Sozialethik in dieser Weise auf das Soziale schaut, ergeben sich ganz bestimmte Problemfelder und Problemlagen. Das Soziale wird zugleich mit seinen Strukturen und Institutionen und in seiner zeitlichen Dimension betrachtet. Die “Zeichen der Zeit” des (welt-)gesellschaftlichen Lebens stehen dann für diese aktuellen gesellschaftlichen Problemfelder und Problemlagen, z.B. die Klimakatastrophe mit ihren Folgen für weltweite soziale Gerechtigkeit, die Situation der Bildung in Deutschland mit ihren fatalen Folgen für Kinder aus den armen und augeschlossenen Familien oder die Möglichkeiten und Gefahren moderner biomedizinischer Forschung.

Diese Sozialanalyse in Orientierung an den “Zeichen der Zeit” ist essentiell für eine moderne christliche Sozialethik, die da ansetzen muss, wo sich ihre Vorschläge zur Verbesserung gesellschaftlicher Zustände auch bewähren sollen: in der Wirklichkeit.3

Damit sind die Grundlagen angedeutet, warum Christliche Sozialethik als Wirklichkeitswissenschaft beschrieben werden kann. Hier wurde aber noch nicht behandelt, dass die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Wirklichkeit auf verschiedene Quellen zurückgreifen und auf verschiedene Art und Weise geschehen kann. Die Frage nach dem Wie der gesellschaftlichen Wirklichkeitswahrnehmung ist noch kaum beantwortet. Es ist dafür (an anderer Stelle) zu differenzieren zwischen wissenschaftlichen Darstellungen und ästhetischer, religiöser und alltäglicher Erfahrung.

Literaturverzeichnis

  • Filipovic, Alexander (2009 (im Druck)): Die Eigenlogik Christlicher Sozialethik und das interdisziplinäre Gespräch. In: Heimbach-Steins, Marianne; Kruip, Gerhard; Kunze, Axel-Bernd (Hg.): Menschenrecht auf Bildung. Maßstab für die Bildungspolitik in Deutschland. Bielefeld: W. Bertelsmann (Forum Bildungsethik, 6).
  • Hausmanninger, Thomas (2002): Grundlegungsfragen der Christlichen Sozialethik als Strukturenethik auf der Schwelle zum 21. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften, Jg. 43, S. 185–203.
  • Heimbach-Steins, Marianne (2004): Biblische Hermeneutik und christliche Sozialethik. In: Heimbach-Steins, Marianne (Hg.): Christliche Sozialethik. Ein Lehrbuch. Bd. 1. Grundlagen. Regensburg: Pustet, S. 83–110.
  • Höhn, Hans-Joachim (1991): Im Zeitalter der Beschleunigung. In: Furger, Franz; Heimbach-Steins, Marianne (Hg.): Perspektiven christlicher Sozialethik. Hundert Jahre nach Rerum Novarum. Münster: Regensberg, S. 283–302.
  • Mandry, Christof (2002): Art. Theologie und Ethik (kath. Sicht). In: Düwell, Marcus; Hübenthal, Christoph; Werner, Micha H. (Hg.): Handbuch Ethik. Stuttgart, Weimar: Metzler, S. 504–508.
  • Mieth, Dietmar (2002): Art. Sozialethik. In: Düwell, Marcus; Hübenthal, Christoph; Werner, Micha H. (Hg.): Handbuch Ethik. Stuttgart, Weimar: Metzler, S. 500–504.

1 Für die erste Variante kann die Münchener Schule im Gefolge Korffs gelten, z.B. (Hausmanninger 2002), die zweite Sichtweise wird z.B. bei Mieth deutlich, vgl. (Mieth 2002), S. 503: Sozialethik “ist das Ganze der Ethik auf eine bestimmte, institutionenbezogene Weise”. Die Problematik des Eigenen des sozialethischen Zugriffs halte ich für eine wichtige und größtenteils offene Grundlagenfrage der Christlichen Sozialethik (vgl. (Filipovic 2009 (im Druck))).

2 Diese Optionen finden sich in der Bibel, vgl. zu Bibel und christlicher Sozialethik (Heimbach-Steins 2004).

3 Vgl. (Höhn 1991), S. 288-290.

Thema: Allgemein, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Forum Sozialethik 2008 zu “Freiheit – Sicherheit – Risiko”

Mittwoch, 25. Juni 2008 | Autor: Alexander Filipović

Das Programm zur Tagung 2008 des Forums Sozialethik (8.-10.  September 2008) ist heute veröffentlicht worden. Thema: “Freiheit – Sicherheit – Risiko: Christliche Sozialethik vor neuen Herausforderungen” (vgl. auch meinen Hinweis zum Call for Papers). Hier ein paar meiner Meinung nach besonders spannende Themen:

  • Paradigmen sozialer Freiheit im politisch-ethischen Diskurs – eine Grundlegung, Johannes J. Frühbauer (Augsburg)
  • Das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit in der politischen Philosophie von Hobbes und Kant, Andrea Keller (Hamburg)
  • Die Rückkehr des Leviathan oder wie der globalisierte Terrorismus die labile Balance zwischen Sicherheit und Freiheit im demokratischen Rechtsstaat (zer-)stört, Oliver Hidalgo (Regensburg)
  • Religionsfreiheit als Sicherheitsrisiko? – Kulturalistische und politische Erklärungsversuche sozialer Konflikte des 21. Jahrhunderts, Katja Winkler (Münster)
  • Die gesellschaftliche Rhetorik von Sicherheit – eine Herausforderung für die Medienethik und die politische Ethik, Edeltraud Koller (Linz)

Das ganze Programm ist sehr vielversprechend. Informationen zur Tagung und zum Forum Sozialethik hier.

Thema: (Sozial)Ethik, Philosophie, Tagungen, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

“Freiheit durch Sicherheit” oder “Sicherheit durch Freiheit”?

Mittwoch, 13. Februar 2008 | Autor: Alexander Filipović

Soeben ist der Call for Papers zur Tagung des Forums Sozialethik 2008 erschienen. Die Tagung trägt den Titel “Freiheit – Sicherheit – Risiko: Christliche Sozialethik vor neuen Herausforderungen”. Angezielt ist eine Reflexion der aktuellen Debatte um innere Sicherheit. “Freiheit – Sicherheit – Risiko” soll beleuchtet werden aus der Perspektive der politischen Ethik (insbesondere Friedensethik), der Wirtschafts- und Arbeitsethik, der Umweltethik und der Bio- und Medizinethik.

Die Organisatorin und die Organisatoren bitten um Zusendung eines Exposés von 1-2 Seiten bis zum 21. April 2008. Alle Informationen zur Tagung hier.

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethikerinnen und Sozialethiker. Das Forum dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Interessierte benachbarter Disziplinen sind herzlich willkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre trifft sich das Forum Sozialethik jedes Jahr im September zum wissenschaftlichen Austausch zu einem thematischen Schwerpunkt.

Thema: (Sozial)Ethik, Philosophie, Tagungen, Theologie, Wissenschaft | Ein Kommentar

Zur Tagung “Internetökonomie”

Montag, 17. Dezember 2007 | Autor: Alexander Filipović

Anfang des Monats habe ich eine Tagung zum Thema “Internetökonomie und Ethik” (vgl. dieser Beitrag) besucht. Wie ich es erwartet hatte handelte es sich tatsächlich um eine sehr interessante Tagung, auch wenn allgemeine moralökonomische und technikethische Fragen im Fordergrund standen (und weniger etwa ethische Herausforderungen der Ökonomie im Web 2.0). Beeindruckt hat vor allem die interdisziplinäre Zusammensetzung der Fachtagung: Ökonomen, Informatiker, Soziologen, Rechtswissenschaftler, Philosophen und Theologen haben sehr engagiert und mit großer Neugierde an den Ansätzen der anderen Teilnehmer miteinander diskutiert. Man konnte sehr viel lernen.
Auf “Telemedicus” gibt es zwei interessante Interviews zur Tagung mit einigen Tagungsteilnehmern:

  • Balthas Seibold wird befragt zur Rolle von Informations- und Kommunikationstechniken in der Entwicklungszusammenarbeit. Seine These: Das Internet muss im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit als Ressource für Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung verstanden werden. Anstrengungen gehen daher in die Richtung, das Lernen mit dem Internet zu ermöglichen.
  • Karsten Weber antwortet auf Fragen zu den Herausforderungen der Informationsfreiheit. Er versteht Informationsfreiheit ausschließlich als individuelles Abwehrrecht. Seinen (alles andere als naiven) libertären Ansatz habe ich bei der Tagung (kritisch) kommentiert.

Die Tagungsbeiträge (Hauptvorträge und Kommentare) werden im Herbst 2008 im Verlag Duncker & Humblot publiziert.

Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Pragmatismus, das Sein und das Sollen

Dienstag, 21. August 2007 | Autor: Alexander Filipović

Veranstaltungsfreie Zeit (von Studenten “Semesterferien” genannt) ist Tagungszeit – auch für mich. Den Anfang macht ab Morgen die Societas Ethica Annual Conference zum Thema “Philosophical Approaches to Ethics – Methods and Foundations“; 23.08.2007, Swiss Hotel Management School, Leysin, Schweiz (Tagungsprogramm). Ich freue mich sehr auf die Tagung, auch weil der Tagungsort auf ungefähr 1500m liegt und ich den Blick auf die Berge genießen kann (wenn das Wetter es denn zuläßt). Ich hoffe, dass ich auch einige von den netten Kolleginnen und Kollegen wiedersehe, die ich schon letztes Jahr in Oxford (vgl. hier und hier) kennen gelernt habe.
Mein Beitrag zur Tagung läuft unter dem Titel “Die Kritik an der Unterscheidung von Sein und Sollen im philosophischen Pragmatismus. Anknüpfungen für die christliche Sozialethik.” Ein älteres Abstract ist hier zu finden und das aktuelle Handout hier.

Thema: (Sozial)Ethik, Philosophie, Theologie, Wissenschaft | 2 Kommentare

Texte kirchlicher Soziallehre zu Medien und sozialer Kommunikation

Montag, 4. Juni 2007 | Autor: Alexander Filipović

Wenn man versucht, aus christlicher Perspektive eine Kommunikations- und Medienethik zu verfolgen, findet man Texte, die in die Kategorie “kirchliche Soziallehre” fallen. Damit sind Texte gemeint, die von Organen christlicher Kirchen verfasst wurden. Meistens liegen diesen Texten komplizierte Abstimmungs- und Entstehungsprozesse zu Grunde. Die wissenschaftliche Disziplin “Christliche Sozialethik” befasst sich unter anderem mit diesen Texten. Sie nimmt die Texte ernst, versteht sie als Quelle wissenschaftlichen Arbeitens und hat ein kritisch-reflexives Verhältnis zu den Texten. Da mich Studenten immer wieder fragen, welche Texte in Frage kommen und wo diese zu finden sind, habe ich folgende Liste zusammengestellt (vermutlich noch nicht vollständig):

Zweites Vatikanisches Konzil

  • II. Vatikanisches Konzil: „Inter mirificia“. Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel (4. Dezember 1963).
    Online Text

Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel

(Teilweise auch vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht, s.u.. Siehe daneben auch weitere Texte der Kommission.)

  • Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel: Pastoralinstruktion Communio et progressio. Über die Instrumente der sozialen Kommunikation (1971). Veröffentlicht im Auftrag des II. Vatikanischen Konzils. Von den deutschen Bischöfen approbierte Übersetzung. Trier (Paulinus-Verlag) 1980.
    Online Text (alternativ)
  • Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel: Pastoralinstruktion AETATIS NOVAE zur sozialen Kommunikation 20 Jahre nach Communio et Progressio. 1992. (Arbeitshilfen. 98)
    Online Text

Texte herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz

a) Reihe “Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls”

  • Kongregation für die Glaubenslehre: Instruktion über einige Aspekte des Gebrauchs der sozialen Kommunikationsmittel bei der Förderung der Glaubenslehre. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 1992. (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 106).
    Online Text

b) Reihe “Arbeitshilfen”

  • Päpstlicher Rat für die sozialen Kommunikationsmittel: Pornographie und Gewalt in den Kommunikationsmedien. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 1989. (Arbeitshilfen 71).
    Online Text
  • Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel: Pastoralinstruktion AETATIS NOVAE zur sozialen Kommunikation 20 Jahre nach Communio et Progressio. 1992. (Arbeitshilfen. 98)
    Online Text
  • Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel: Ethik in der Werbung. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 1997. (Arbeitshilfen 135)
    Online Text
  • Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel: Ethik in der sozialen Kommunikation. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 2000. (Arbeitshilfen 153)
    Online Text (alternativ)
  • Bereich Pastoral des Sekretariates der Deutschen Bischofskonferenz: “Familie in den Medien – Medien in der Familie” Familiensonntag 2002. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn. (Arbeitshilfen 161)
    Online Text
  • Päpstlicher Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel: Ethik im Internet – Kirche und Internet. + Anhang: Papst Johannes Paul II.: Internet: Ein neues Forum zur Verkündigung des Evangeliums : Botschaft zum 36. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel 2002. Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn. (Arbeitshilfen 163)
    Online Text

c) Reihe “Gemeinsame Texte” (Deutsche Bischofskonferenz und Evangelische Kirche in Deutschland)

  • Chancen und Risiken der Mediengesellschaft – Gemeinsame Erklärung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), herausgegeben vom Kirchenamt der EKD und dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz als Nr. 10 in der Reihe “Gemeinsame Texte” und veröffentlicht am 30. April 1997.
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Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik, Theologie | Beitrag kommentieren

Dissertation zur Medienethik erschienen

Montag, 14. Mai 2007 | Autor: Alexander Filipović

Fast exakt ein Jahr nach meiner Promotion ist die Dissertationsschrift nun im W. Bertelsmann Verlag erschienen. Die Arbeit versucht eine Medienethik zu entwickeln, die der heutigen gesellschaftlichen Situation Rechnung trägt. Wichtige Schlagworte sind Wissensgesellschaft, Wissen, Wissensvermittlung, Literalität (literacy), Bildung, Erziehung, öffentliche Kommunikation, Medien, Ethik, Theologie und Beteiligung und Beteiligungsgerechtigkeit. Wichtige Referenzautoren sind u.a. Niklas Luhmann, Manfred Rühl, Joachim Kade, Ingrid Nolda, Marianne Heimbach-Steins, Thomas Hausmanninger. Der – natürlich immer recht zugespitzte Klappentext – lautet:

Heute vermitteln die Medien das Wissen zwischen der Gesellschaft und den Individuen. So sprechen Soziologen von einer Wissensgesellschaft. Die individuellen Möglichkeiten, sich dieses Wissen anzueignen, sind maßgeblich für die Lebenschancen: Sie entscheiden über den Bildungsstand, die Möglichkeiten im Erwerbsleben und das Einkommen, über die Gestaltungsmöglichkeiten und die Teilnahme im gesellschaftlichen und politischen Leben.
Alexander Filipovic analysiert und bewertet gesellschaftliche Trends, Bildung und die Medien aus der Perspektive der Beteiligungsgerechtigkeit, wie die christliche Sozialethik sie vertritt. Daraus leitet er eine Medienethik ab, die eine gerechte Vermittlung und Aneignung von Wissen fordert.

Dass die akademische Zweckschrift jetzt vorliegt, macht mich natürlich froh. Unglaublich viel Arbeit steckt dahinter. Vielleicht, so die Hoffnung, stößt die Arbeit ja im medienethischen, kommunikationswissenschaftlichen, (theologisch-)sozialethischen und bildungsethischen Bereich auf Interesse. Über Kommentare und/oder eine Auseinandersetzung über die Thesen und Ergebnisse freue ich mich natürlich. Nähere Informationen, auch zum Inhalt, hier.
PS: Ach ja, kaufen kann man das Buch natürlich auch. Kostet nur 29,90 € (Schnäppchen!). Schnell zuschlagen – es sind nur 400 Exemplare produziert worden ;-)

[Update 14.06.2007]: Mittlerweile gibt es auch das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe (Einführung) als *.pdf.

Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik, Philosophie, Theologie, Veröffentlichungen, Wissenschaft | Ein Kommentar

Wenn der Weihbischof ein Weblog hat…

Montag, 23. April 2007 | Autor: Alexander Filipović

Gerade lese ich in Steffen Büffels Media-Ocean mit Erstaunen, dass der Trierer Weihbischof Dr. Stephan Ackermann ein Weblog gestartet hat. Der Name des Blogs, nämlich “Heilig-Rock-Blog” sagt dem/der Kundigen der Volksfrömmigkeit schon, worum es geht, nämlich um das Stückchen Stoff, das Jesus Christus weiland am Leibe getragen hat. Mein Opa jedenfalls schwärmte bis zu seinen letzten Lebenstagen von seiner Fahrt zum Heiligen Rock nach Trier (was ca. Mitte der 1930er Jahre gewesen sein muss…). Kostprobe:

“Zur Domvesper am Abend sind dann die Mönche der Abtei St. Matthias zu Gast. Nach guter Tradition besuchen sich die Domgeistlichen und die Benediktiner wechselseitig jedes Jahr. Beide Gemeinschaften haben den Auftrag, auf je ihre Weise die christlichen Wurzeln Triers zu hüten: das Apostelgrab, die Gräber der ersten Trierer Bischöfe und die Anfänge des Domes unter Kaiser Konstantin. Dieser Auftrag verbindet irgendwie.” (Quelle)

Den Stil finde ich ansprechend und das Weblog ist für Besucherinnen und Besucher des Events “Heilig Rock Tage 2007” (mit dem sinnfälligen Motto “Auf Tuchfühlung mit Gott”) bestimmt informativ.

Und wenn jetzt noch ein Bischof ein Weblog startet, in dem er reflexiv über Leitungsentscheidungen, Projekte und Zukunftsaufgaben schreibt und Raum für Diskussionen und Meinungen bereitstellt, gibts noch mehr Zustimmung…

Update: Nur Schade, dass sich gleich wieder Schwachstilluminierte in den Kommentaren verbreiten… Zitat aus Kommentar Nr. 7: “neosadduzäischen Pseudokardinal Belzebub-Rattzinger”. Ähh, gehts noch? Vielleicht ist das ja morgen weg.

Thema: Theologie, Weblogs | Beitrag kommentieren