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CIA – El Masri – Kurnatz: Dokumentation einer Recherche

Freitag, 22. Februar 2008 | Autor:

Bei der Sitzung des “Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle e.V” am Rande der Jahrestagung 2008 des Netzwerkes Medienethik konnte ich den Journalisten Nicolas Richter (Süddeutsche Zeitung) kennen lernen. Der zurückhaltende Redakteur (Jg. 1973) berichtete über seine (und Hans Leyendeckers) Recherchen zu den Zusammenhängen “CIA -El Masri – Murat Kurnaz” und die Rolle der Bundesregierung in dieser “Affäre”. Ich empfehle dazu Richters ausführliche und spannende Recherche-Dokumentation auf www.anstageslicht.de.

Gegenstand der Diskussion der Vereinsmitglieder nach einer kurzen Darstellung des Falls durch Richter war dann der Umgang der Bildzeitung mit einer Rüge durch den Deutschen Presserat. Lesenswert dazu ist die Veröffentlichung der Rüge durch den Deutschen Presserat: komplette Entscheidung des Beschwerdeausschusses 1 vom 11.09.2007.

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Zwischen den Tagungen

Mittwoch, 13. Februar 2008 | Autor:

Direkt nach Vorlesungsende stehen meistens einige Tagungen an. Ende letzter Woche war ich auf einer bildungsethischen Tagung in Loccum (im westlichen Nirgendwo von Hannover) – Anna hat sehr schön berichtet. Morgen früh geht es nach München zur Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik; vorher ist noch die Jahressitzung des „Vereins zur Förderung der publizistischen Selbstkontrolle“ e.V. Bei der Jahrestagung geht es um “Ethische und normative Dimensionen der politischen Kommunikation” – ein Thema, das mich auch eine Woche später bei einer Podiumsdiskussion beschäftigen Politikverdrossenheit und Medienschelte - Frey und Metzgerwird. Ich moderiere in der Katholischen Akademie, Berlin ein Podiumsgespräch mit dem Titel “Politikverdrossenheit und Medienschelte: Welche Ethik braucht politische Kommunikation?” mit Dr. Peter Frey, Leiter des ZDF- Hauptstadtstudios Berlin und Oswald Metzger, Publizist und Politikberater, Bad Schussenried.

These der Diskussion ist, dass es eine neue Politikverdrossenheit gibt, die auf ein neues Verhältnis von Politik und Medien (in der Berliner Republik und einen neuen Lobbyismus) zurückzuführen ist. Dabei geht es um “Medienethik”, das heißt um Fragen, ob es gut ist, wie es ist und welche Kriterien für ein Urteil angelegt werden können.

Ich freue mich sehr auf eine spannende Diskussion und habe schon gehört, dass sich ziemlich viele Personen angemeldet haben.

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“Freiheit durch Sicherheit” oder “Sicherheit durch Freiheit”?

Mittwoch, 13. Februar 2008 | Autor:

Soeben ist der Call for Papers zur Tagung des Forums Sozialethik 2008 erschienen. Die Tagung trägt den Titel “Freiheit – Sicherheit – Risiko: Christliche Sozialethik vor neuen Herausforderungen”. Angezielt ist eine Reflexion der aktuellen Debatte um innere Sicherheit. “Freiheit – Sicherheit – Risiko” soll beleuchtet werden aus der Perspektive der politischen Ethik (insbesondere Friedensethik), der Wirtschafts- und Arbeitsethik, der Umweltethik und der Bio- und Medizinethik.

Die Organisatorin und die Organisatoren bitten um Zusendung eines Exposés von 1-2 Seiten bis zum 21. April 2008. Alle Informationen zur Tagung hier.

Das Forum Sozialethik ist eine Initiative junger Sozialethikerinnen und Sozialethiker. Das Forum dient dem Austausch von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen (Promotion, Habilitation, Privatdozenten und -dozentinnen) sowie fortgeschrittenen Studierenden des Faches Sozialethik im deutschsprachigen Raum. Interessierte benachbarter Disziplinen sind herzlich willkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre trifft sich das Forum Sozialethik jedes Jahr im September zum wissenschaftlichen Austausch zu einem thematischen Schwerpunkt.

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Bildungszugänge und -übergänge

Dienstag, 18. Dezember 2007 | Autor:

Vor allem Bildungszugänge und Bildungsübergänge werden bei einer interessanten Tagung im Februar in Loccum auf den Prüfstand gestellt. Es handelt sich um das 2. Symposium des DFG-Projekts “Das Menschenrecht auf Bildung“. Hier gibt es weitere Informationen.

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Tagungsankündigung: Die Ethik und die politische Kommunikation

Sonntag, 2. Dezember 2007 | Autor:

Weil vielleicht nicht alle bei netzwerk-medienethik.de vorbeiklicken: Bei der nächsten Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik geht es um ethische Problemfelder des politischen Journalismus, der politischen Öffentlichkeitsarbeit und der gesamten politischen Kommunikation. Eine große Tagung wurde da organisiert. Die Jahrestagungen des Netzwerks Medienethik stellen inzwischen das größte Treffen medienethisch Aktiver und Interessierter im deutschsprachigen Raum dar. Hier gibt es alle weiteren Informationen.

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Vortrag zur Alltagsliteralität der Wissensgesellschaft

Sonntag, 30. September 2007 | Autor:

Morgen fahre ich nach Mülheim/Ruhr und besuche die Herbsttagung der Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie in der Sektion Allgemeine Erziehungswissenschaft der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Thema der Tagung: “Medien, Technik und Bildung” (1.-3.10.2007).
Der Titel meiner Präsentation lautet “Die Alltagsliteralität der Wissensgesellschaft. Wissensvermittlung, Beteiligung und Kompetenz in medien- und bildungsethischer Perspektive”. Darin sortiere ich einige Gedanken neu, die ich in meiner Dissertation dargestellt habe.
Das ist mein erster Auftritt bei den Pädagogen und Erziehungswissenschaftlern – ich bin sehr gespannt, wie mein Zugriff auf die erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen ankommt. Das Handout gibts schon hier, die Präsentation nach der Tagung.

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Tagungsrückblick “das neue netz”

Montag, 24. September 2007 | Autor:

Ende letzter Woche konnte ich die Hälfte der Tagung “das neue netz? Bestandsaufnahme & Perspektiven” besuchen (und die Ergebnisse von Slot I, Slot II und Slot III kurz wiedergeben). Die Vorträge und Diskussionen fand ich sehr anregend, die Atmosphäre für eine wissenschaftliche Tagung einmalig: viele junge Leute, sehr offen und gesprächig. Über die inhaltlichen Anregungen für mein Projekt “Sozialethik und Web 2.0” muss ich mir noch Gedanken machen. Interessant erscheinen mir in einem ersten kurzen Nachdenken die Fragen:

  • Hat das Web 2.0 eine Integrationsfunktion für die Gesellschaft?
  • Vergrößern das Web 2.0 als “Partizipationsarchitektur” die Teilhabechancen an gesellschaftlichen Ressourcen (kulturell, soziale, wirtschaftliche…)?
  • Welche Anthropologie hat die Web 2.0-Forschung und welche Rolle spiel dabei “Körper/Leib”?
  • Welche Rolle spielt das Verhältnis von “self-disclosure” und “Need for privacy” für die zivigesellschaftliche Bedeutung des Mitmach-Webs?
  • Wie ist es um die Bedeutung der Vertrautheit mit dem Web 2.0 bestellt und in welcher Relation steht damit das Vertrauen im Web 2.0? Kann Vertrauen hier als kognitive Modalisierung einer Erwartungshaltung bestimmt werden oder handelt es sich um normative Formen?1 Kann man hinsichtlich des Vertrauens im Web 2.0 noch von Vertrauen als “eine der wichtigsten synthetischen Kräfte”2 sprechen?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, das im Netz Unsichtbare (weil nicht verlinkt, nicht zitiert), aber obgleich Relevante (Alltagserfahrungen von Marginalisierten usw.) sichtbar zu machen?
  • Welche Argumente gibt es eigentlich, warum ein Informationsbedürfnis nicht mit einem Konsumbedürfnis gleichgesetzt werden darf? Worin liegt die andere Qualität eines Informationsbedürfnisses gegenüber einem Konsumbedürfnis?

Weitere Informationen zu der Tagung:

Weitere Beiträge bei Technorati und Fotos bei Flickr.

Disclaimer: Dieser Artikel steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt “Social Software and Social Ethics“, das am Lehrstuhl Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie an der Uni Bamberg (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) unter meiner Leitung durchgeführt wird. Vgl. die Einträge in diesem Blog zum Forschungsprojekt unter dem Stichwort “SocSoftEthics


1 Gedanken zur Bedeutung des Vertrauens in der “Wissensgesellschaft” habe ich schon einmal hier veröffentlicht: Filipović, Alexander: Notwendige Vorurteile? Vertrauen in der Wissensgesellschaft. Aus: Filipović, Alexander; Kunze, Axel Bernd (Hrsg.): Wissensgesellschaft. Herausforderungen für die Christliche Sozialethik. Münster (Lit) 2003 (= Bamberger Theologisches Forum. 6), S. 47-56. Damals habe ich vor allem Luhmanns Vertrauens-Konzeption und Heidenreichs Wissensgesellschafts-Verständnis herangezogen.

2 Simmel, Georg [1908] (1968): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. 5. Aufl. Berlin (= Gesammelte Werke. 2.), 263.

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Tagung “das neue netz” III

Freitag, 21. September 2007 | Autor:

Zu den Vorträgen im Slot 3.
Tina Guenther spricht über die Frage, ob die Problematik des Vertrauens im Netz relevant ist. Sie unterscheidet drei Bereiche: Märkte, Wissenserstellung und -management und schließlich Identitätsmanagement. Sie führt zunächst einige Voraussetzungen auf, die gegeben sein müssen, damit Vertrauen entsteht: actors, expectations, vulnerability, uncertainty, agency und embededness. Leitend ist dabei, dass Vertrauen als soziale Beziehung angesehen wird. Sie geht alle drei Bereiche durch und testet, ob diese Voraussetzungen gegeben sind. Vertrauen erscheint damit als extrem voraussetzungsvoller Begriff. Im nächsten Schritt führt sie für die drei Bereiche wiederum sechs Elemente auf, die Vertrauen online konstituieren bzw. etablieren. Das sind: Gründe (Nutzen und Signale), Routinen des Vetrauens (z.B. Evaluationssysteme), Reflexivität im Sinne von Erfahrung und Lernen, suspension und “Sprung des Glaubens” (positive Vorwegnahme von Erwartungen), Experiencing (Gefühle) und schließlich enacting (Vetrauen möglich machen durch Vertrauen).

In der nachfolgenden Präsentation stellt Klaus Stein (mit Claudia Hess) Überlegungen zum Thema “Suchen und Bewerten – Sichtbarkeit auf Dokumenten- und Vertrauensnetzwerken” vor. Leitend ist dabei die Perspektive der Informatik. Entscheidende Schwierigkeit von Suchmaschinen ist der Informationsüberfluss. (Dokumenten-)Sichtbarkeit erscheint dabei als entscheidender Faktor der Bewertung, wobei die Schwierigkeit darin besteht, dass man nicht weiß, warum ein Link gesetzt wird. Dafür werden Netzwerke von Personen herangezogen, die anhand von Vertrauen und Reputation untersucht werden und es entstehen Autoren-Dokumenten-Netzwerke. Mit diesem Ansatz kommen Suchmaschinen zu besseren Ergebnissen (“Sichtbarkeitsberechnung” als Empfehlungen).

Der dritte Vortrag schließt thematisch an: Theo Röhle spricht über “Suche 2.0: Social Search zwischen Werbung und Information”. Er startet mit der Frage, warum Suchmaschinenanbieter die Intentionen von Nutzern verstehen wollen: Zur Werbung (Suchmaschinen-Marketing) oder zur Verbesserung der Suchmaschinenergebnisse? Seine antwort auf die Frage: Was ist “social search”? “Social Search tools are internet wayfinding services informed by human judgement” (Chris Sherman). Theo fokussiert im Folgenden auf “personalized verticals” – Suchmaschinen, die von einzelnen zu bestimmten Themen “gebaut” werden können. Dafür stehen diverse Dienste bereit (“swicki”). Seine Betrachtungen laufen auf eine Untersuchung des Suchmaschinenmarketings hinaus. Das Marketing identifiziert Informationsbedürfnis mit Konsumbedürfnis. Letzte Entwicklungen in diesem Bereich stellen das behavior targeting dar. Social Search sieht er mit einer Tendenz der Umdeutung von Informationsbedürfnissen in Konsumtionsbedürfnisse.

[tag: dnn2007]

Thema: dnn2007, SocSoftEthics, Tagungen, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Tagung “das neue netz” II

Freitag, 21. September 2007 | Autor:

Weiter geht es im “Slot 2″.
Lars Alberth spricht über “Körper und Selbst” im Web 2.0. Verwundert zeigt er sich darüber, dass der Körper nicht in der Web 2.0-Forschung vorkommt. Für “Praxis” sei dagegen immmer “Köper” notwendig (Anselm Strauss). Als “gesellschaftstheoretische Annahme” sieht er Netzwerkgesellschaft als Kontrollgesellschaft und mit Gramsci die Blogger als “organische Intellektuelle”.
“Techniken des Selbst” haben mit Foucault eine ethische Relevanz. Als Beispiele führt er Websites an, auf denen Körperlichkeit im Mittelpunkt steht – Körperlichkeit aber weniger als sinnliche Körperlichkeit, sondern eher im Umfeld von Effizienz-Fragen (wettkampffähiger Körper).
Er führt als Kategorie “trajectories” (“Flugbahnen des Selbst”) ein, die den Entwurfscharakter der Körperthematisierung betonen. Fazit: Körper sind ein Thema von Weblogs und Weblogs sind darüber hinaus “originäre Medien von Selbst und Körper im Web 2.0″.

Leonard Reinecke spricht danach über “Privatsphäre 2.0″. Zunächst thematisiert er Konstrukte des Zusammenhangs von Web 2.0-Nutzung und Freigabe von persönlichen Daten (Affinität zum Web 2.0; Motive der Web 2.0 Nutzung). Gratifikationen der Web 2.0 Nutzung sind mit self-disclosure verbunden. Gleichzeit spielt aber auch “Need for privacy” eine Rolle. Vermutlich sei also das Web 2.0 für Menschen mit einem geringeren “Need for privacy” attraktiver. Als Konzept für die Werteunterschiede von Web 2.0 Nutzern zieht er den allgemeinen Wertekanon von Schwartz heran, der 10 universelle Wertetypen vorstellt. Als Forschungsfrage wird dann formuliert, ob sich der Wertekanon von Nutzern mit einer hohen Affinität zum Web 2.0 von dem Wertekanon unterscheidet, die eine geringere Affinität haben.

Einige Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Produzenten von User-Generated-Content haben eine hohe Bereitschaft zur self-disclosure, wogegen Web 2.0 affine Nutzer sich in ihrem “Need for privacy” nicht von weniger affinen unterscheiden. Web 2.0 Produzenten zeigen eine höhere Community-Orientierung und Offenheit für Innovationen. Abstinenzler zeigen ein größeres Sicherheitsbedürfnis.

Sein Fazit zum Thema Web 2.0 und Privatsphäre: Web 2.0 ist trotz einer größeren Bereitschaft der Preisgabe von privaten Informationen “kein Raum des grenzenlosen Exhibitionismus”.

[tag: dnn2007]

Thema: dnn2007, SocSoftEthics, Tagungen, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Tagung “das neue netz” I

Freitag, 21. September 2007 | Autor:

Gerade beginnt die Tagung “das neue netz”. Ich versuche wieder das Live-Blogging- weniger als Verlaufs- denn als Ergebnis- “Protokoll”.
Nach Begrüßung durch Florian Meyer und Grußwort durch Prof. Dr. Stöber beginnt im Slot 1 Jan Schmidt mit der “kurzen Geschichte des Web 2.0″. Er stellt diverse Visualisierungen des Web 2.0 vor (Collagen von Logos, Tag-Cloud von O’Reilly und die Landkarte des Web 2.0). Ihre Nachteile liegen in einer gewissen Statik, die die Prozesshaftigkeit des Phänomens und die Vorläufer des neuen Netzes nicht berücksichtigen. In diesem Sinne besser ist die Abbildung “The Rise of Citizen Media” und ein Vorschlag, den Jan selber anbringt. Damit betont er die Kontinuität der Internetentwicklung und der damit zusammenhängenden Praktiken (“inkrementeller Wandel”) statt eines revolutionären Bruches, der mit dem Start des Web 2.0 augenscheinlich angefangen habe.
Entscheidend ist dann die Analyse dieser Praktiken, womit dann ein bestimmter praxistheoretischer Ansatz als analytischer Rahmen verbunden ist. Mitberücksichtigt werden dabei Praktiken, die über das Netz “zeitlich wie ‘räumlich’ ” hinausreichen. Das neuen Netz reicht also in das “echte Leben” hinein. Jan formuliert die These, dass dieser Umstand gerade ein Kennzeichen des neuen Netzes ist. Damit sind die Voraussetzungen dargelegt, mit denen Jan seine trinitarische Analytik von Identitäts-, Beziehungs- und Wissensmanagement als Funktionen des neuen Netzes erläutert.
Folgen der Nutzungspraktiken bauen nicht nur auf Erfahrungen von außerhalb auf, sondern ihre Folgen reichen auch darüber hinaus: Etwa könnte die Zunahme von “Produsage” auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Wissensordnung hinauslaufen oder Machtverhältnisse neu sortieren.

Der nächste Vortrag von Kolleginnen und Kollegen (alle drei in schwarz-weiß…) von der Uni Hohenheim stellt den Mediennutzer in den Fokus. Zunächst stellt Monika Taddicken sie charakteristische “Wesensmerkmale” des Web 2.0 vor: zentrale Plattform, vereinfachter Zugang, teil-öffentlich, nicht-flüchtig, Strukturierung durch Gemeinschaft (z.B. gemeinsames Tagging), Interaktivität und Vergemeinschaft. Zusammenfassend: “architecture of participation” (O’Reilly), “Produsage” und neuen Formen von Vergesellschaftung. Web 2.0 wird als “soziale Innovation” verstanden, etwa durch “neue Teilhabemöglichkeit”. Systematisch unterscheiden sie nach Mikro-, Meso- und Makroebene und darin jeweils nach Ursachen und Wirkungen. Im Rahmen dieses Rasters kommt zunächst der Uses-and-Gratifications-Approach, dessen Grundannahme ein aktiver Rezipient ist, in der Vorstellung durch Anke Tschoerner zum Zuge. Dann verortet Ljewin Scheiko das Meinungsführer-Konzept in dem Raster. Dieser Ansatz geht davon aus, dass persönliche Kontakte als einflussreichste Informationsquelle angesehen werden und überträgt diesen Ansatz auf eine virtuelle Meinungsführerschaft durch Medien, Internet und Web 2.0. Gerade das Web 2.0 “bietet Meinungsführern eine hervorragende (globale!) Plattform”, womit natürlich Machtfragen verbunden sind.

[tag: dnn2007]

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