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Websites für Wissenschaffende

Freitag, 9. Mai 2008 | Autor:

Jeldrik und Steffi, freundschaftlich und kollegial mit mir über “Medienethik” verbunden, haben schon vor einer kleinen Weile das Projekt Webseiten für Wissenschaffende gestartet. Die beiden Designer, Wissenschaftler und Medienarbeiter (www.sýn.de) gehen davon aus, dass nur die wenigsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Zeit und das Know How haben, um sich eine eigene Webpräsenz zu basteln. Dies allerdings wird auch für Wissenschaffende immer wichtiger: Wissenschaftskommunikation beschränkt sich heute nicht mehr nur auf die traditionell wissenschaftlichen Publikationsformen. Bei “Webseiten für Wissenschaffende” bekommen sie ein anpassbares Komplettpaket, das sich über ein schlankes CMS (über den Webbrowser; im Hintergrund arbeitet Typo3) offenbar ganz einfach von den Wissenschaftlern selbst pflegen und aktualisieren läßt.

So richtig Web 2.0 ist das zwar (noch?) nicht; beispielsweise sucht man RSS-Feeds, Kommentar- und Trackback-Funktionen etc. vergeblich (jedenfalls habe ich nichts derartiges gefunden; RSS ist aber ohne große Probleme über Typo3 möglich). Aber wenn man sich die Websites von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern so ansieht, dann würde den meisten das Produkt “Webseiten für Wissenschaffende” auf jeden Fall gut tun. Zielgruppe ist daher wohl auch eher die Gruppe von jüngeren und älteren Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, denen sich der Sinn und der Vorteil wissenschaftlicher Weblogs (vgl. dafür die Übersicht im Wissenschaftscafé) nicht so recht erschließt.

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Forschungsprojekt “Social Software und Social Ethics” in den Startlöchern

Donnerstag, 5. Juli 2007 | Autor:

In den kommenden Monaten läuft am Bamberger Lehrstuhl für Christliche Soziallehre ein Forschungsprojekt zur Internetethik an. Gestern ist offenbar mein Antrag auf Förderung durch die Universität Bamberg positiv beschieden worden. Das bedeutet: Es gibt Geld für die Anstellung einer studentischen Hilfskraft für 6 Monate. Der kleine Umfang des Projektes bedeutet natürlich, dass wir nur erste Spuren legen können und sich die Arbeit dann eher als Vorbereitung für ein größeres Projekt eignet.

Worum geht es?

Wikis, Weblogs und Internet-Plattformen wie Xing, StudiVZ, MySpace sind “social software” in dem Sinne, dass sie “auf ganz eigene Weise öffentliche (weil potenziell netzweit verfügbare) und interpersonale Kommunikation in sozialen Netzwerken unterschiedlicher Reichweite” 1 ermöglichen. Das Schlagwort Web 2.0 ist zwar in erster Linie ein in ökonomischen Zusammenhängen gebrauchtes Modewort, macht aber dennoch darauf aufmerksam, dass die Hoffnungen in den Anfangsjahren des Internet auf freie Information, gesteigerte Möglichkeiten der politischen Partizipation und Kommunikation erst jetzt, oder besser: in neuer Weise Wirklichkeit werden. Dabei erscheint besonders bedeutsam, dass diese sozialen Netzwerke offenbar auf Prozesse der Globalisierung reagieren. Mit Bezug auf das Glokalisierungskonzept von Roland Robertson 2 formuliert Danah Boyd:

“Web2.0 is about glocalization, it is about making global information available to local social contexts and giving people the flexibility to find, organize, share and create information in a locally meaningful fashion that is globally accessible. […] Web2.0 is a structural shift in information flow. […] it is about a constantly shifting, multi-directional complex flow of information with the information evolving as it flows. It is about new network structures that emerge out of global and local structures.” 3

Durch diese neuen Netzwerkstrukturen gerät das Verhältnis von partikulären Wertvorstellungen bzw. Entwürfen des guten Lebens und universellen, allgemeingültigen Überzeugungen und Handlungsempfehlungen in ein neues Verhältnis 4.

Die Weblogs ihrerseits zeigen, dass durch gemeinsame Schemata, gemeinsame Plattformen und Konventionen und eine starke Selbstreferentialität durch dauernde Bezugnahme auf andere Weblogs so etwas wie ein Sozialraum entsteht. Das Projekt Wikipedia ist im Sinne von Jimmy Wales, des Gründers der Internet-Enzyklopädie, ein sozialethisches Projekt, das eine offene Gesellschaft, eine “global healthy community”, befördern kann. Wikipedia ist damit ein weltweites gemeinsames Aufklärungsprojekt, an dem alle mitarbeiten können und das seinen Wert erst in der gemeinsamen Arbeit herausbildet 5.

Fragestellung und Ziele

Wegen der aktuellen Bedeutsamkeit dieser Entwicklungen sollen Möglichkeiten der sozialethischen und sozialphilosophischen Beschäftigung mit diesem Phänomen gefunden werden. “Social Software” soll als Gegenstand von Sozialethik rekonstruiert werden. Damit soll es möglich sein, die rasant zunehmende Forschungsliteratur aus den Bereichen Soziologie und Kommunikationswissenschaften in sozialethischer Perspektive zu beleuchten; dies nicht zuletzt mit dem Ziel, der notwendigen empirischen, darstellenden Untersuchungsmethode eine ebenso notwendige normative Reflexion zur Seite zu stellen, die Beteiligungs- und Gerechtigkeitsfragen und andere normative Politikvorstellungen wissenschaftlich verantwortet in die Diskussion einbringt.

Der sozialethische Ansatz mag für die Weblog- und Social Software-Forschung ein wenig ungewohnt sein. Ich bin selber sehr gespannt, welche Möglichkeiten sich hier ergeben und hoffe, dass es zu einem Austausch über die Ergebnisse kommt. Wer Ideen, Fragen und Anregungen hat: Bitte gerne.


1 Schmidt, Jan (2006): Weblogs als “Social Software”. Online verfügbar unter http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/blogger/ jschmidtWeblogsSocialSoftware060214.shtml.

2 Robertson, Roland (1995): Glocalization: Time-Space and Homogeneity-Heterogeneity. In: Featherstone, Mike (Hg.): Global Modernities. London: Sage (Theory, Culture & Society), S. 25–44.

3 Boyd, Danah (2005): Why Web2.0 Matters: Preparing for Glocalization. Online verfügbar unter http://www.zephoria.org/thoughts/archives/ 2005/09/05/why_web20_matte.html).

4 vgl. ebd.

5 Vgl. dazu auch die kurzen Notizen zu einem Vortrag von Wales hier in diesem Blog.

Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik, Philosophie, SocSoftEthics, Software, Weblogs, Wissenschaft | 7 Kommentare

Literaturlisten mit BibSonomy publizieren

Donnerstag, 5. April 2007 | Autor:

Zu den spannenden Fragen der Literaturverwaltung im Web 2.0 heute eine Fortsetzung (siehe die früheren Beiträge dazu hier und hier): BibSonomy ist ein genial einfaches social bookmark und Literaturverwaltungs-System. BibTeX scheint sich sowieso als schnelles und einfaches Datenformat für bibliographische Angaben durchzusetzen (vgl. dieses hilfreiche Dokument über “Regeln fuer bibtex-Eintraege”) und BibSonomy macht regen Gebrauch von dem Format (ohne andere Formate zu ignorieren).

Seit längerem bringe ich bei BibSonomy unter anderem meine eigenen Publikationen unter und kann über einen einfach Link (eingefügt in meine Email-Signatur oder auf Webpages) auf meine immer aktuelle Publikationsliste verweisen. Das hat den Vorteil, dass man einfach online seine Publikationsliste pflegt und die Daten dort einbinden kann, wo man sie benötigt).

Jetzt erst habe ich (durch Zufall, aber wie ich sehe auch gerade hier im BibSonomy Blog beschrieben) festgestellt, dass mehrere Formate möglich sind. Hier ein paar Beispiele (vgl. auch hier):

“Publikationsliste” steht übrigens für ein tag, das ich meinen Publikationen in BibSonomy vergeben habe. Andere sind möglich, z.B.

Natürlich beschränken sich diese Abfragen auf die von mir dort eingestellten Publikationen. Allgemeine Abfragen sind damit ebefalls möglich, z.B. bekommt man damit

eine Literaturliste von allen Artikeln, die bisher und laufend mit dem tag “ethik” versehen werden.

Ein schneller Import dieser Literaturdaten in Citavi ist problemlos möglich: BibTex-Daten einblenden, das BibTeX snippet kopieren, im geöffneten Citavi auf Datei>Importieren klicken, “Aus einer Textdatei…” auswählen, “BibTeX” auswählen, “Textdateien in der Zwischenablage verwenden” auswählen, unten “Westeuropäisch (ISO)” (oder eine andere Codierung) auswählen und fertig.

Thema: Software, Veröffentlichungen, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

“Identity is social” (claimID)

Mittwoch, 21. März 2007 | Autor:

Dass Identität ein Ergebnis sozialer Prozesse ist, ist klar und wird durch die steigende Relevanz sozialer Netzwerke heute deutlich: Identitätsmanagement wird zugleich anspruchsvoller und wichtiger und social networks (meinetwegen im Web2.0) helfen dabei. Die Identität gibt es nicht in der Realität, genauer: gibt es nicht unabhängig von einem Beobachter dieser Identität. Es gibt nur Darstellungen (“Erzählungen”) von Identitäten. Das heißt auch, dass Identität gestaltet werden muss, mit anderen Worten: uns, den Menschen, aufgegeben ist. “Identität” ist damit ein Gegenstand sozialethischer Reflexion.

OpenID ist ein Rahmen für die digitale Identität (oder: a “free framework for user-centric digital identity”, ebd.). Aber auch eine digitale Identität kommt nicht ohne “Kontakt”, “Kommunikation” und “Interaktion” aus. ClaimID (schon vorher mehr als ein OpenID-Server) hat jetzt ein Feature eingebaut, mit dem man Kontakte über OpenIDs herstellen und pflegen kann. Zitat:

With more and more services producing OpenIDs (AOL, WordPress.com, etc), it just makes sense to build this contact system on top of OpenID. Making contact networks, or social networks, or whatever you want to call them OpenID-based is the future… (Quelle)

Irgendwie ist die Sache mit den OpenIds für mich noch ein wenig schleierhaft und geheimnisvoll, vermute aber, dass das in Zukunft Teil unseres Lebens sein wird und ein riesiges Potenzial besitzt (vgl. auch hier). Deswegen ist dieses Weblog (http://geloggd.alexander-filipovic.de) und die Portalseite (http://www.alexander-filipovic.de) und mein claimID-Accout meine OpenID. Jetzt bin ich im Netz.

Thema: (Sozial)Ethik, Software, Weblogs | Ein Kommentar

geloggd-Einträge zitieren

Montag, 11. Dezember 2006 | Autor:

Schon lange auf der ToDo-Liste, jetzt realisiert: Das kleine WordPress-Plugin Academic Citations liefert die Quellenangabe für die Weblog-Einträge. Dank an Jan für die Modifikation des Original-Plugins, die hier zum Einsatz kommt.

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Literaturverwaltungsprogramme im Test

Samstag, 20. Mai 2006 | Autor:

Mit den Überlegungen, die ich hier schon mal geäußert habe, bin ich immer noch nicht fertig. Dr. Joachim Eberhardt (Universitätsbib. Erlangen-Nürnberg) hat nun bei IASLonline Software zur Literaturverwaltung getestet. Geprüft wurden Literat 1.06, Lit-link 1.6, intranda Dr. 1.4, Liman 2.7 und Liman Pro 2.0, Bibliographix 5.1, Visual Composer 2.0 und Citavi 2.0 – einige sind mir hier das erste Mal begegnet. Fazit des umfangreichen Tests:

Citavi ist für mich das beste Programm im Test, Schwächen hat es kaum.

Leider wurden nicht Connotea, CiteULike und BibSonomy in den Test miteinbezogen (nur auf RefWorks als web-basierte Möglichkeit wird am Schluss kurz eingegangen).
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Literaturverwaltung im Web2.0

Montag, 1. Mai 2006 | Autor:

Erst jetzt fallen mir eine Reihe von Beiträgen vor allem via netbib (etwa hier) und über andere blogs (hier oder hier) auf, die sich in spezifischer Wiese mit Literaturverwaltung im Netz beschäftigen. Diese Angebote sind angesiedelt zwischen Literaturverwaltung und social bookmarking; z.B. Connotea, CiteULike, BibSonomy.

Die Thematik computerunterstützter Literturverwaltung und Wissensorganisation beschäftigt mich allgemein natürlich schon länger, etwa im Kontext von Lehrveranstaltungen zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (hier eine kleine Liste). Jetzt steht aber für mich eine Entscheidung an, ob ich für unseren Lehrstuhl sechs Citavi-Lizenzen anschaffe (wir haben jahrelang mit LiteRat gearbeitet) oder ob es nicht bessere Möglichkeiten gibt, die aufgrund neuer Entwicklungen im Web (social software, tagging…) mehr bieten.

Vor allem interessiert mich der Austausch und die Bearbeitung von Literaturdaten innerhalb von Projektteams, die an verschiedenen Orten arbeiten (und das ohne großen Administrationsaufwand). Vielleicht ist auch eine Kombination von Connotea oder CiteULike oder BibSonomy mit Citavi sinnvoll? Immerhin kennt Citavi ja das BibTeX-Format, obwohl ich es bisher nicht geschafft habe, darüber Citavi-Daten etwa zu BibSonomy zu exportieren.

Später sicher dazu mehr…

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