Vor allem Bildungszugänge und Bildungsübergänge werden bei einer interessanten Tagung im Februar in Loccum auf den Prüfstand gestellt. Es handelt sich um das 2. Symposium des DFG-Projekts „Das Menschenrecht auf Bildung„. Hier gibt es weitere Informationen.
Monat: Dezember 2007
Zur Tagung „Internetökonomie“
Anfang des Monats habe ich eine Tagung zum Thema „Internetökonomie und Ethik“ (vgl. dieser Beitrag) besucht. Wie ich es erwartet hatte handelte es sich tatsächlich um eine sehr interessante Tagung, auch wenn allgemeine moralökonomische und technikethische Fragen im Fordergrund standen (und weniger etwa ethische Herausforderungen der Ökonomie im Web 2.0). Beeindruckt hat vor allem die interdisziplinäre Zusammensetzung der Fachtagung: Ökonomen, Informatiker, Soziologen, Rechtswissenschaftler, Philosophen und Theologen haben sehr engagiert und mit großer Neugierde an den Ansätzen der anderen Teilnehmer miteinander diskutiert. Man konnte sehr viel lernen.
Auf „Telemedicus“ gibt es zwei interessante Interviews zur Tagung mit einigen Tagungsteilnehmern:
- Balthas Seibold wird befragt zur Rolle von Informations- und Kommunikationstechniken in der Entwicklungszusammenarbeit. Seine These: Das Internet muss im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit als Ressource für Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung verstanden werden. Anstrengungen gehen daher in die Richtung, das Lernen mit dem Internet zu ermöglichen.
- Karsten Weber antwortet auf Fragen zu den Herausforderungen der Informationsfreiheit. Er versteht Informationsfreiheit ausschließlich als individuelles Abwehrrecht. Seinen (alles andere als naiven) libertären Ansatz habe ich bei der Tagung (kritisch) kommentiert.
Die Tagungsbeiträge (Hauptvorträge und Kommentare) werden im Herbst 2008 im Verlag Duncker & Humblot publiziert.
Luhmanns Zettelkasten: Jemand hat reingeschaut
Wegen eines Rechtsstreits zwischen den Erben von Niklas Luhmann war das eigentliche Werk des großen Soziologen lange verschlossen. Jetzt haben es ein paar Leute getan: Sie haben reingeschaut und sogar mit dem Register nach bestimmten Zetteln gesucht und welche gefunden. Darf man sich auf eine Edition freuen? Zumindest scheint er zunächst mal gescannt zu werden.
Weiteres, unter anderem ein Hinweis auf ein interessantes Interview mit André Kieserling (Podcast), der dabei war, bei (in der?) Strengen Jacke.
Jürgen Kaube von der FAZ war auch dabei und hat darüber geschrieben (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2007, Nr. 281, S. 37). Laut Kaube waren mit dabei Bettina Heintz (Bielefeld), André Kieserling, Rudolf Stichweh und die Erbin (Luhmanns Tochter Veronika). Kaub resümiert:
Alles in allem steht man vor dem beeindruckenden Relikt eines Gelehrtenlebens, das den Begriff der Gelehrsamkeit selbst verändert hat, indem es ihn mit äußerster Aufmerksamkeit für Gegenwart verband. Es ist ein Dokument dafür, wie gute Wissenschaft entsteht, hier so gut wie ohne Drittmittel, durch eine so gut wie ausschließlich der Forschung – und nicht der Forschungspolitik oder dem Anträgeschreiben – gewidmeten Biographie, und durch Interdisziplinarität in einem Fall.
Aus: Kaube, Jürgen (03.12.2007): Zettels Nachlass. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Ausgabe 281, 03.12.2007, S. 37.
Webmontag für Franken
Florian Bailey hat mich auf den „Webworgerdable, den Webmontag für Franken“ aufmerksam gemacht. Vielleicht gehe ich da sogar mal hin.
Tagungsankündigung: Die Ethik und die politische Kommunikation
Weil vielleicht nicht alle bei netzwerk-medienethik.de vorbeiklicken: Bei der nächsten Jahrestagung des Netzwerkes Medienethik geht es um ethische Problemfelder des politischen Journalismus, der politischen Öffentlichkeitsarbeit und der gesamten politischen Kommunikation. Eine große Tagung wurde da organisiert. Die Jahrestagungen des Netzwerks Medienethik stellen inzwischen das größte Treffen medienethisch Aktiver und Interessierter im deutschsprachigen Raum dar. Hier gibt es alle weiteren Informationen.