Beiträge vom » November, 2006 «

Medienethik der Zukunft

Montag, 27. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Tagung Medien der Zukunft

Vergangenen Mittwoch habe ich das Symposium “Zukunft der Medien – Medien der Zukunft“ besucht, das vom Mediencampus Bayern e.V., srt – Schule für Rundfunktechnik Nürnberg und dem Presseclub Nürnberg veranstaltet wurde. Eine sehr gut organisierte, interessante und angenehme Veranstaltung. Einige nette Menschen habe ich dort getroffen.

Selbst durfte ich einen Vortrag zu den Herausforderungen für die Kommunikations- und Medienethik halten. Ich habe versucht, die sozialen Aspekte des Medienwandels zu betrachten und die Technik nicht als das eigentliche ethische Problem zu behandeln. Im Kern ging es mir um:

  1. Medienethik ist keine Skandalethik, die immer nur dann einsetzt, wenn irgendwo mal wieder vermeintliche Grenzen überschritten werden (bspw. Big-Brother).
  2. Im Zeitalter von Newsreader, Podcasts und den entsprechenden Endgeräten geht es Medien- und Kommunikationsethik um die Ermöglichung von kommunikativer Freiheit und um die angemessene Gestaltung dieser Möglichkeiten. An dem Streit darüber ist die Medienethik interessiert.
  3. In der Wissensgesellschaft ist die Beteiligung an medialer und öffentlich-kommunikativer Wissensvermittlung Bedingung der Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe und daher eine Frage sozialer Gerechtigkeit.

Das sind fast alles Gedanken aus meiner Dissertation (deren Veröffentlichung noch ein wenig auf sich warten läßt). Schön, endlich mal ein paar Ergebnisse daraus vorgestellt zu haben. Den Vortragstext gibt es hier.

Sonst ging es bei der Tagung fast ein wenig penetrant um die Frage, wie sich auch in Zukunft mit den Medien noch Geld verdienen läßt. Schlagworte und Zusammenhänge wie “Geschäftsidee”, “Innovation”, “Content muss verkauft werden können”, “Clusterpolitik” und “Medienstandort Bayern” fielen bei der Podiumsdiskussion in jedem zweiten Satz und der “Medienminister”, Staatsminister Eberhard Sinner, entpuppte sich als Medienwirtschaftsminister (und Fan von Bayern 4 und kurzen Reden). Gespräche mit Frau Schardt, Clustermanagerin Cluster Audiovisuelle Medien, und Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner, Geschäftsführerin des Mediencampus Bayern e.V. lassen aber hoffen, dass auch für Standortfragen die Medienethik in Aus- und Fortbildung und Wirtschaftsförderung nicht zu kurz kommt. Vielleicht werde ich ja mal wieder eingeladen…

Ach, noch was: Der Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten, Heinz-Joachim Hauck, meinte (in seinem sonst sehr informativen Vortrag) ernsthaft, dass man Zeitungen heute braucht, damit Zeitungsredakteure im Informationsdschungel sagen, was wirklich alle wissen müssen… Ich lass’ das mal so stehen und hoffe, dass jemand einen Kommentar hinterläßt…

Thema: Medienethik, Tagungen, Wissenschaft | Ein Kommentar

Kommunikative Beteiligung von Seniorinnen und Senioren

Freitag, 10. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Via Weblog Medienpraxis.ch erfährt man von einem NZZ-Artikel, der die Beteiligung an verschiedenen Formen öffentlicher Kommunikation (Medien) für ältere Menschen thematisiert. Der Artikel zitiert eine Studie der Fachhochschule St. Gallen. In diesem Rahmen artikulierte sich ein Rentner:

Es gehe darum, am Internet grundsätzlich teilzuhaben und bei «heissen Themen» mitzudiskutieren.

Interessant ist die Formulierung “grundsätzliche Teilhabe”. Man kann dies als umfassenden Wunsch interpretieren, an jeglicher öffentlicher Kommunikation über Internet teilnehmen zu können. Wo liegen aber die Könnens-Möglichkeiten? Es geht um das angemessen präsentierte Angebot, um Verstehens- und Nutzungskompetenzen usw., für das bzw. die jeweils verschiedene Verantwortlichkeiten erkannt werden können.

Darüber hinaus geht aber die Forderung, bei heissen, also gesellschaftlich relevanten Themen mizudiskutieren. Dies erweitert den engeren Bereich medialer Teilhabe zu allgemein demokratierelevanten Teilhabechancen. Was also bedeutet es, wenn das Internet für eine demokratische Öffentlichkeit immer bedeutsamer wird (vgl. auch mein Vortrag zum Thema), aber z.B. Seniorinnen und Senioren daran gar nicht beteiligt sind?

Thema: (Sozial)Ethik, Medienethik | Beitrag kommentieren

Emma Marie ist da

Donnerstag, 9. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Sagt der kleinen Emma “Herzlich Willkommen”.

Thema: Allgemein | Beitrag kommentieren

Die Zukunft der Theologie in Bamberg

Dienstag, 7. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Heute hat das Kabinett des Freistaates Bayern die Frage nach der zukünftigen Struktur der Katholisch-Theologischen Fakultäten an den staatlichen Universitäten Bayerns beschlossen. Zwar müssen der Landtag und der Vatikan noch zustimmen, hier aber dennoch die zentralen Stellen:

“Die Verpflichtungen des Freistaates Bayern aus dem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl, an den Universitäten Bamberg und Passau Katholisch-Theologische Fakultäten zu unterhalten, sollen künftig ruhen. An die Stelle der dortigen Fakultäten treten Institute, an denen auch in Zukunft Religionslehrer für Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschulen und Gymnasien ausgebildet werden. [...]

Für die Studierenden der Diplomstudiengänge gilt der Grundsatz des Vertrauensschutzes: Dort, wo sie ihr Studium begonnen haben, können sie es auch beenden.” (Quelle)

Das muss nicht das Ende einer niveauvollen und wissenschaftlich anspruchsvollen Theologie in Bamberg sein. Es fallen aber Stellen weg. Insofern ist die Nachricht des Sterbens einer weiteren Fakultät Kath. Theologie in Deutschland für diejenigen besonders alarmierend, die eine wissenschaftliche Karriere in der Theologie anstreben oder schon auf dem besten Weg dahin sind. Lohnt es sich noch, bzw. besser: Kann man es noch wagen, eine theologische Doktorarbeit oder Habilitation zu beginnen?

Thema: Bamberg, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Theologie in Bamberg in Gefahr

Mittwoch, 1. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Seit letzten Donnerstag geht die Meldung um, dass die Fakultät Kath. Theologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg geschlossen (oder eingefroren) werden soll. Heute meldet das bayer. Wissenschaftsministerium: “Für überstürzte Reaktionen besteht keine Veranlassung.” Auffälliger Weise wird in der Meldung Einigkeit mit dem Vatikan signalisiert und durch ein entsprechendes Foto belegt.

Zur Orientierung hier eine Linkliste (wer weitere Hinweise hat, bitte einen Kommentar hinterlassen):

Vgl. auch die Seiten der Fachschaft Kath. Theologie.

Thema: Bamberg, Theologie, Wissenschaft | Beitrag kommentieren

Musik zum Hinhören

Mittwoch, 1. November 2006 | Autor: Alexander Filipović

Leider bin ich nie dabei gewesen bei den Konzerten von “saitenweise” in der Bamberger Scheinbar. Ingo beschreibt aber den Abend so eindrücklich, dass man ganz nah dabei ist. Von Ingo zu hören und zu lesen gibts bei seinem neuen MySpace-Auftritt. Hinklicken und Hinhören!

Thema: Allgemein, Bamberg | Beitrag kommentieren